Eigentlich wollten wir dieses Jahr erst im August nach Thailand fliegen, aber da die Flugpreise für August schon im April unverhältnismässig hoch waren, entschieden wir uns schon für Ende Mai zu buchen. Für den über traveltopia.de gebuchten Emirates-Flug fanden wir uns am 25. Mai 2007 rechtzeitig am Schalter der Emirates am Frankfurter Flughafen ein. Der freundliche Herr am Check-In-Schalter erklärte uns jedoch, dass die geplante Maschine heute Abend nicht zur Verfügung stehe und er uns gerne auf einen Lufthansa Flug umbuchen wolle. Da wir uns so den Zwischenstop in Dubai sparen konnten und zusätzlich einen ein Jahr gültigen Gutschein für einen Hin- und Rückflug nach Bangkok bekamen sagten wir dankend zu. Glück gehabt.

Durch den Direktflug landeten wir früher als geplant auf dem neu gebauten Flughafen Suvarnabhumi. Riesige Statuen empfingen uns in einem sehr modern wirkenden Flughafen. An der offiziellen Taxizentrale bekamen wir ein Taxi, dass uns für 400 Baht zu einem schon uns bekannten TAT (Tourist Authority of Thailand) Reisebüro am Hauptbahnhof brachte. Unseren Plan, erst einmal 3 Tage in Bangkok zu bleiben verwarfen wir dort schnell, da ansonsten nicht genug Zeit für die geplante Route durch Thailand und Laos zur Verfügung stehen würde. Ärgerlich, da wir das Hotelzimmer für die ersten 3 Tage bereits in Deutschland gebucht hatten. Bevor wir unser Hotelzimmer im 25. Stock des Royal Benja an der Sukhumvit Road aufsuchten, durfte der obligatorische Besuch des MBKs, ein Einkaufszentrum in Siam, und ein erster Donut von Dunkin Donuts nicht fehlen.

Der 27. Mai, mein Geburtstag, begann mit einer Fahrt in der einzigen Metrolinie in Bangkok. An der Haltestelle Sukhumvit, ganz in der nähe von unserem Hotel Royal Benja, stiegen wir ein. Die erst im Jahr 2004 eröffnete Metro wirkt sauber und wird von vielen Berufstätigen und Pendlern genutzt. Auffällig waren im Vergleich zum letzten Jahr die Taschenkontrollen am Eingang zur Metro, aber auch an den Skytrain-Haltestellen und den Zugängen zu Einkaufszentren. An der Endstation Hua Lamphong stiegen wir aus, holten unsere Tickets und Hotelreservierungen im TAT ab und schlendern dann eher zufällig durch die verwinkelten Gassen mit den vielen Ständen und Geschäften von China Town. Dort kauften wir uns auch eine SIM-Karte für 20 Baht, mit der wir günstig in Thailand telefonieren konnten. Irgendwie gelangen wir dann an das Ufer des Cha Phraya und nahmen dort eine öffentliche Fähre hoch zu den Tempelanlagen. Die touristischen Highlights dort wie den Wat Phra Kaew hatten wir schon letztes Jahr besichtigen können, so dass wir uns durch einen Tip eines dort stehenden Lehrers zum Lucky Buddha Tempel fahren liessen. Ein Besuch dieses Tempels solle angeblich Glück bringen. Der Tuk-Tuk-Fahrer, der solange auf uns wartete, brachte uns dann anschließend zum Khlong San Sap. Da es in der Zwischenzeit sehr stark zum Regnen angefangen hatte, wollten wir mit dem Boot nach Siam fahren um uns in den Einkaufszentren herumtreiben zu lassen. Die auf den Khlongs verkehrenden Boote werden von den Thais gerne als Alternative zu den verstopften Straßen genutzt.
Beim Aussteigen aus dem Boot passierte es dann: Auf den durch den starken Regen rutschigen Planken rutschte ich mit meinen Flip-Flops aus und klemmte mir meinen Fuß unter einem Holzbrett ein. Beim herausziehen merkte ich dass mein Zehnagel zum Teil abgebrochen war und stark blutete. Erst der 5. Taxifahrer nahm uns per Taximeter zum Bangkok Hospital, ein sehr zu empfehlendes Krankenhaus, mit da während der Ruhshour die Taxifahrer lieber für überhöhte Pauschalpreise statt dem Taximeter fahren. Dort wurde für umgerechnet 100 Euro der Rest vom abstehenden Nagel entfernt und meine Tetanusimpfung aufgefrischt. Gut wenn man eine Auslandskrankenversicherung hat. Ärgerlich: Die nächsten 5 Tage durfte der Zeh keinen Kontakt mit Wasser bekommen… Toller Geburtstag.

Die gigantische Aussicht aus dem 25. Stock des Royal Benja schon gewöhnt hiess es heute wie noch so oft Goodbye zu sagen und weiter zu ziehen. Vom Hauptbahnhof Hua Lamphong fuhren wir in einem klimatisierten Zug nach Phitsanulok, indem wir sogar ein Essen bekamen. Mit einer Verspätung von Rund 2 Stunden, der Mann vom TAT sagte es uns schon voraus, trafen wir in Phitsanulok ein. Am Bahnhof teilten wir uns ein Tuk-Tuk mit einem Chinesen zum örtlichen Busbahnhof, um von dort mit einem Bus nach Old Sukothai, der ehemaligen Hauptstadt Thailands, zu fahren. So allerdings hatte ich mir Sukothai dann gar nicht vorgestellt: Eine sehr kleine Stadt, ein paar Gästehäuser und Restaurants, dazwischen die Tempelanlagen und das wars. Inzwischen war es schon ca. 17 Uhr, nicht mehr viel Zeit bis zum Sonnenuntergang und am nächsten Tag sollte es schon wieder weitergehen nach Chiang Mai. Um die Tempel der alten Hauptstadt erkunden zu können liehen wir uns 2 Fahrräder für je 20 Baht an einem Fahrradverleih direkt neben unserem Guesthouse aus.

Da es schon spät war besichtigten vor der Kulisse eines atemberaubenden Sonnenunterganges die Tempelanlagen innerhalb der Stadtmauern von Sukothai. Nach einem sehr guten Essen an einer der Garküchen an der Durchgangstrasse von Old Sukothai begannen wir am nächsten Tag, die umliegenden Tempel mit unseren Rädern abzufahren. Die Tempel in Sukothai fristen heute eigentlich nur noch als Ruinen ihr Dasein, und ähneln sich daher sehr. Die Radtouren durch die Landschaft, insbesondere zu den weiter entfernten Tempeln haben jedoch viel Spass gemacht und sind sehr zu empfehlen. Bevor wir gegen 16 Uhr den Bus nach Chiang Mai nahmen, gab es in einem Restaurant mit fairen Preisen direkt an der Bushaltestelle noch etwas zu essen.

Chiang Mai, oder die Rose des Nordens wie die Stadt gerne genannt wird, erreichten wir gegen 22 Uhr. Ein Fahrer vom B.M.P. Guesthouse, den wir schon aus dem Bus angerufen hatten, holte uns am Busbahnhof ab so dass wir nicht auf einen der Tuk-Tuk-Fahrer hereinfallen mussten. Auffällig waren im Vergleich zu Bangkok die wenigen Taxis, ist Chiang Mai doch eine der größeren Städte in Thailand. Am gleichen Abend noch besuchten wir den legendären Night Market, von dem wir aber dann eher enttäuscht waren. Jeder Stand bot die gleichen Waren feil und die Stimmung war auch vom Gefühl her viel aufdringlicher und aggressiver als in Bangkok. Trotzdem sollten wir jeden der folgenden Abende hier her kommen und unsere Reise-Euros unters Volk bringen. Nach einem BigMac Menü bei Mc Donald’s, wir hatten so Lust, nahm uns eine sehr nette Tuk-Tuk-Fahrerin zurück zum Guesthouse. Ausserdem bat sie uns an, uns am folgenden Tag für 300 Baht die wichtigsten der hunderten von Tempeln in Chiang Mai zu zeigen, was ein sehr vernünftiger Preis war. Pünktlich um 9 wurden wir dann am abgeholt und fuhren bestimmt 6 Stunden durch die ganze Stadt und sahen dann auch alle möglichen Tempel. Nach so viel Kultur landeten wir abends erschöpft auf dem Night Market.

Am nächsten Tag stand eine Tour durch die Landschaft ausserhalb von Chiang Mai auf dem Programm. Dabei durfte auch nicht die Überquerung eines Flusses über eine eher zweifelhafte Brückenkonstruktion nicht fehlen. Der Besuch eines einsam lebenden Bergvolkes stellte sich dann wie zu erwarten als nicht so einsam lebend heraus, besuchen doch jeden Tag unzählige Wandergruppen die auf Touristen ausgerichteten Dörfer. Auch der Ritt auf einem Elefanten war mit einem fahlen Beigeschmack verbunden, dass der Ritt mit Touristen auf einer eher rutschigen Piste durch den Urwald den Elefanten Spass machen soll kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Auch der letzte Tag in Chiang Mai sollte mit einem Besuch des Night Markets enden, mittlerweile um unzählige T-Shirts, einer Hose und auch schon einer Armbanduhr reicher.

Am Morgen des nächsten Tages holte uns der Bus, der uns zum Grenzstädtchen Chiang Rai bringen sollte ab. Von dort aus wollten wir dann mit dem Boot 2 Tage auf dem Mekong durch Laos nach Luang Prabang fahren. Rast machten wir an einer Fabrik, die Cashew-Kerne verarbeitet. Nicht gewusst habe ich, dass die Kerne jeweils einzeln an einer Frucht hängen an einem Baum hängen. Daher wohl auch der im Vergleich zu anderen Nüssen höhere Preis. In Chiang Rai kamen wir gegen 17 Uhr an. Da das Boot erst in den frühen Morgenstunden ausläuft, nahmen wir ein einfaches Zimmer mit einem schönen Blick auf den Mekong. Nach einem Frühstück überquerten wir im Morgengrauen den Mekong, der dort die natürliche Grenze zwischen Thailand und Laos bildet. Nach dem Erledigen der Grenzformalitäten, da Wochenende war mussten wir zusätzlich zur Gebühr für das Visa auch eine Wochenend-Gebühr entrichten, stiegen wir in das Boot das uns zunächst nach Pak Beng bringen sollte. Bevor es los ging wurden wir freundlich, auch mit Blick auf die schon lärmenden Britten im hinteren Teil des Bootes, darauf hingewiesen bei einem Überfall der dort ihr Unwesen treibenden Piraten Ruhe zu bewahren.

Mit einem mulmigen Gefühl ging es los, war aber schnell verdrängt da die Landschaft entlang des Mekong eine wirklich sagenhafte ist. Auf dem Boot lernten wir Tini und Erik kennen, ein reizendes schon länger durch Asien reisendes Pärchen (Huhu). Nach 8 Stunden erreichten wir müde und hungrig das Städtchen Pak Beng. Im Reiseführer wurde vor den Kindern gewarnt, die am Hafen auf die ankommenden Boote warten und den nichts ahnenden Touristen beim tragen der Tasche helfen wollen, dann aber auf nimmer Wiedersehen mit der Tasche verschwinden. Tatsächlich war noch vor dem Anlegen das Boot voller Kinder, aber ich behielt den Überblick und verteidigte tapfer meine Tasche. In einem gemütlichen Guesthouse nahmen wir für 200 Baht ein Zimmer.

Bei Mr. Sivilai, dessen Frau wie auf einem groß hinweisenden Schild zu lesen ein guter Koch sei, assen wir dann zusammen noch etwas. Der nächste Tag begann wieder recht Früh, da dass Boot nach Luang Prabang schon um 7 auslaufen sollte. Die folgenden 8 Stunden Fahrt waren trotz der leichten Schlagseite des Bootes nicht weniger Eindrucksvoll als die vorherige Fahrt. Aufgrund der Schlagseite mussten sich die etwas dickeren Herrschaften auf die gegenüberliegende Seite des Bootes setzen, diese Massnahme der Stabilisierung nutzte aber wie zu erwarten wenig. In Luang Prabang kamen trafen wir müde und vor allem hungrig gegen 17 Uhr ein.

Luam Prabang ist eine wunderschöne am Mekong gelegene Stadt, deren Französischen Einfluss aus der Kolonialzeit man heute noch deutlich spüren kann. Zusammen mit Tini und Erik machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant und fanden auch ein wirklich gemütliches Restaurant und hätten noch viele weitere gefunden wenn wir nicht so Hunger gehabt hätten. Nach unzähligen Gerichten von gebratenem Reis mit Hühnerfleisch entschied ich mich heute für einen Wasserbüffel-Burger mit Fritten und einem kühlen Laotischen Bier. Sehr lecker! Da wir am nächsten Tag schon um 15 Uhr eine Maschine nach Bangkok nehmen mussten standen wir wieder früh auf und nahmen ein gutes Frühstück in einem gemütlichen Café. Durch die Französische Kolonialzeit ist es in Laos wie auch in Kambodscha nicht ungewöhnlich, zum Frühstück Baguette mit Marmelade zu bekommen. Luam Prabang hat einen besonderen Mix aus Französischer Architektur, traditionellen Tempeln und einer sehr entspannten Atmosphäre zu bieten, so dass es uns wirklich schwer fiel gegen 15 Uhr in die farbenfrohe Propellermaschine der Bangkok Airways zu steigen. Laos und vor allem Luang Prabang werden wir auf jeden Fall wieder besuchen und uns dafür auch mehr Zeit nehmen.

Bevor es am nächsten Tag weitergehen sollte nach Koh Samet, einer vorgelagerten Insel im Golf von Thailand, nahmen wir uns ein Zimmer im Hotel City Residence. Durch die Nähe zu Siam, das MBK erreicht man zu Fuß in 5 Minuten, ist das günstige Hotel zum Einkaufen wirklich gut gelegen. Da das Hotel aber eher unauffällig ist, wusste oder wollte nicht jeder Taxi-Fahrer sofort etwas mit dem City Residence anfangen und fuhr uns dann Kreuz und Quer durch Bangkok, während der Taximeter lief. Nach einem gemütlichen Frühstück am nächsten Morgen ging unsere Fahrt für letzte große Etappe nach Koh Samet los. Während der Fahrt im bunt lackierten „VIP-Bus“ lief der Action-Streifen Anaconda, ich spielte lieber mit meinem neuen iPod, den ich in Bangkok gekauft hatte. Unser neues Zuhause für die folgenden 3 Tage auf Koh Samet war ein paradiesisch auf einem Felsen am Meer gelegenes Bungalow mit einer wundervollen Aussicht. Die Freude war nur dahingehend getrübt, dass man nicht auf der Terrasse sitzen konnte ohne von Moskitos gestochen zu werden. Allein in einer Minute hatte ich bestimmt 10 Moskitos totgeklatscht und so macht Entspannen auf einer Terrasse nicht Spass.
Da Koh Samet durch die vielen matschigen Straßen nicht wirklich eine Insel zum Roller fahren ist und wir ohnehin schon immer mal ein Quad fahren wollten liehen wir uns kurzerhand ein allradgetriebenes Gefährt für 1200 Baht und 24 Stunden aus, was definitiv eine gute Entscheidung war. So konnten wir am gleichen Abend noch zum Nachbarstrand fahren und dort direkt am Wasser bei Kerzenschein zu Abend essen und am nächsten Tag auf eigene Faust die Insel erkunden. Ursprünglich wollten wir die ganze Insel bis zum Ende abfahren, ein all zu steiler Aufstieg brachte uns allerdings ins stocken. Bei der Fahrt entdeckten wir auch einen einsam gelegenen Strand ganz ohne lärmende Bars und Touristen, den wir auch am nächsten Tag zu Fuß besuchten.

Leider gingen die 2 Wochen viel zu schnell vorbei, und so mussten wir am Morgen des 8. Juni auch schon wieder nach Bangkok aufbrechen. Da der Emirates-Flug erst am 9. Juni, aber schon morgens um 3 Uhr ging, konnten wir uns ein letztes Mal in das Nachtleben von Bangkok stürzen. Das freundliche Personal vom City Residence Hotel lies uns vor dem Flug noch eine Dusche nutzen bevor uns ein Taxifahrer rechtzeitig an den Flughafen brachte. Mit einer Stunde Verspätung hoben wir vom Flughafen Suvarnabhumi ab.
B.M.P. Resident Hotel, 45/1 Rajchiangsean Rd, Soi 2 Haiya, Chiang Mai
City Residence, 177 Rama 6 Rd., Soi 7, rongmuang, Pathumwan, Bangkok
Ein sehr interessaner Bericht mit tollen Fotos. Danke!
Sehr gut zum lesen, Toll!!
Warum höre und lese ich eigentlich immer nur von solchen Glücksfällen am Flughafen und erlebe nie selbst diese kleinen Wunder. Wenn mal ein Flug, ob nun Emirates oder nicht, für mich ausfällt oder sonst irgendwie Probleme macht, dann werde ich eben einfach immer irgendwie umgebucht, ob’s mir passt oder nicht und wenn ich ablehne, verfällt eben einfach alles. Gibt’s da Tricks?!